Laser-Angriff auf Hardware-Wallets: Tangem-Sicherheitslücke
Forscher des Ledger Donjon Security Teams haben eine kritische Schwachstelle in Tangem Crypto-Wallet-Karten demonstriert. Durch einen präzise gesteuerten Laser-Impuls, der auf den integrierten Chip abzielt, lässt sich das Kartenpasswort zurücksetzen – völlig ohne Kenntnis des ursprünglichen Passworts.
Das ist ein erhebliches Problem, weil es nicht durch Software-Updates behoben werden kann. Tangem-Karten sind Hardware-basiert und nicht patchbar wie klassische Wallets. Wer einen solchen Angriff ausführt, erhält direkten Zugriff auf die Private Keys und kann die Kryptowährungen transferieren.
Was macht die Attacke möglich?
Die Sicherheitslücke basiert darauf, dass der Chip während bestimmter Operationen vulnerabel für physische Angriffe ist. Ein Laser, präzise auf die richtigen Komponenten des Chips gerichtet, kann die Sicherheitsmechanismen umgehen. Die Timing ist kritisch – das Angriffsfenster ist klein, aber durchführbar.
Folge: Das Passwort wird auf einen beliebigen Wert zurückgesetzt, den der Angreifer wählt. Backup-Karten bieten keinen Schutz, da auch diese betroffen sind.
Wie groß ist die praktische Gefahr?
Es ist wichtig zu relativieren: Diese Attacke ist nicht trivial. Sie erfordert:
- Physischen Zugriff zur Karte
- Spezialisierte Laser-Ausrüstung
- Präzision und Timing-Know-how
Für die meisten Nutzer ist dies keine unmittelbare Bedrohung. Tangem-Karten sind nicht öffentlich verfügbar und werden über kontrollierte Kanäle vertrieben. Allerdings zeigt dies ein grundlegendes Problem von Hardware-Wallets: Physische Angreifer mit genug Ressourcen und Know-how können oftmals vorbeigehen.
Implikationen für Hardware-Wallet-Sicherheit
Dies verdeutlicht einen oft unterschätzten Aspekt der Wallet-Sicherheit: Hardware ist nicht automatisch sicherer als Software, wenn der Chip nicht robust gegen physische Attacken geschützt ist. Side-Channel-Attacks wie Laser-Pulse gehören zu den fortgeschrittensten Angriffsmetoden und sind schwer vollständig zu mitigieren.
Tangem hat die Schwachstelle bestätigt, konkrete Patches oder Lösungen sind jedoch nicht verfügbar – ein Beleg dafür, dass bei Hardware-Lösungen Designfehlern nicht nachträglich korrigiert werden können.
Fazit
Die Entdeckung unterstreicht, dass Kryptowährungs-Sicherheit mehrschichtig sein muss. Selbst zuverlässig aussehende Hardware-Lösungen können anfällig sein. Für Nutzer großer Bestände bleibt die physische Sicherung der Geräte entscheidend.

